Sicherheit im Seniorenbad: Viele Bäder sind immer noch in der Standard – Erstausrüstung, obwohl die Benutzer damit kaum noch zurechtkommen. Ich spreche hier von älteren Menschen, die mit Muskelschwäche, Gehbeschwerden und oftmals Problemen mit dem Gleichgewicht ihre Wohnung noch genauso nutzen wie die letzten Jahrzehnte. Aber irgendwann geht das eben nicht mehr so: Der Rand der Badewanne wird zum Hindernis, glatte Fußbodenfliesen geben keinen Halt mehr, es fehlen Möglichkeiten, sich bei einem Schwindelanfall festzuhalten.
Gerade heute ist es mir wieder aufgefallen, daß viele Badezimmer für gehbehinderte und schwache Senioren ein erhebliches Problem darstellen können. Meine Mutter (über 80) war zu Besuch, sie kann alleine so gut wie gar nicht mehr gehen und braucht auch in der Wohnung einen Rollator. Als sie dann auf die Toilette gehen mußte, war das ein Gewaltakt: Mein Badezimmer befindet sich im Obergeschoss und ist nur über eine Treppe zu erreichen. Gut, mit zwei Personen als Hilfe konnte sie diese überwinden, aber die Probleme im Bad waren dann trotzdem enorm.
Als gesunder Mensch kann man sich das oft gar nicht vorstellen. Ich bin zwar auch Mitte 60, aber noch relativ fit, da fallen mir die fehlenden Hilfen so gut wie überhaupt nicht auf. Das fing schon an, daß im Badezimmer diese „Teppiche“ auf den Fliesen lagen. Eigentlich kein Problem, aber wenn man kaum noch die Füße hochbekommt, ist auch der flachste Teppich eine Stolpergefahr.
Gut, Problem erkannt, Problem gebannt. Teppiche weggeräumt, auf dem trockenem Boden gab es dann keine Probleme mehr. Das ist jetzt zwar nicht die optimale Sicherheit im Seniorenbad, aber immerhin ein Anfang. Anders auf dem WC-Becken: Wenn man sich dort niederlässt und danach auch wieder aufsteht, denkt man gar nicht daran, daß es bei Senioren oft nicht mehr so einfach geht. Selbst hier fehlt ein einfacher Handgriff, wenn man sich hochziehen kann!
Badezimmer für Senioren

Ein seniorengerechtes Badezimmer aufzubauen, ist aber nicht einfach. Handwerker sind schwer zu bekommen und sind teuer, nicht alles zahlt die Kasse. Wer selber noch handwerklich talentiert ist und Haltegriffe an die Wand schrauben kann, ist da natürlich im Vorteil. Aber wenn ich mir einige junge Leute heute ansehe: Die versuchen vielleicht, einen Nagel mit der Bohrmaschine in die Wand zu schlagen!
Deshalb ist hier die Generation gefragt, die noch weiß, wie man was macht. Und es ist traurig, daß auch diese sich nicht mehr so richtig um die „Altvorderen“ kümmert. Oftmals noch nicht einmal weiß, daß diese überhaupt nicht mehr zurechtkommen in der Wohnung.
Aber auch die Senioren selber sind nicht ganz unschuldig an diesem Zustand. Sie wollen es einfach nicht mehr wahrhaben, daß sie nicht alleine zurechtkommen und auf Hilfe angewiesen sind. Klar, jeder hat seinen Stolz und ein Selbstwertgefühl. Das sollte man aber als enger Familienmitglied sehen und zumindest Hilfe anbieten. Und vielleicht mit unkonventionellen Mittel überzeugen.
Gerade die Sicherheit im Seniorenbad sollte oberste Priorität haben, hier passieren viele schlimme Unfälle. Wenn man stürzt, dann nicht auf weiche Polstermöbel oder Teppiche. Wichtig ist auch eine Kommunikation untereinander. Wer täglich miteinander telefoniert, erfährt relativ schnell von eventuell aufkommenden Gefahren
Wer allerdings nur einmal in ein paar Monaten zum Kuchenessen vorbeikommt, der kann die Nöte der Senioren nicht wissen.